Welche Faserarten gibt es?

Grundsätzlich können Naturfasern und Kunstfasern unterschieden werden. Lange Zeit haben Verbraucher Kunstfasern pauschal mit schlechter Qualität gleichgesetzt. Dem ist heute eindeutig nicht mehr so. Das auf der Haut klebende und gilbende Nylonhemd gibt es nicht mehr.

Fasern werden auch darin unterschieden, ob sie kurz oder endlos sind. Außer Seide sind alle Naturfasern relativ kurz, d.h. ihre Länge (im Fachjargon Stapellänge) beträgt nur wenige Zentimeter. Kunstfasern werden meist endlos hergestellt. Trotzdem werden sie dann zu Stapelfasern zerschnitten und versponnen. Man kann aber auch direkt das Endlosmaterial verwenden und bezeichnet dies dann als Filament.

In jüngster Zeit werden vermehrt so genannte Mikrofasern angeboten. Mikrofasern sind immer Kunstfasern. Sie sind feiner als die feinste Naturfaser (das ist die Seide) und haben dadurch ganz besondere Eigenschaften, z.B. sind sie sehr angenehm auf der Haut zu tragen.

Die häufigste und allgemein bekannte Naturfaser ist Baumwolle. Daneben gibt es vor allem noch das im Sommer angenehm kühl wirkende, aber knitteranfällige Leinen (Flachs) und natürlich die wärmeisolierende Wolle. Wolle wird von verschiedenen Tierarten produziert. Am häufigsten ist die Schafwolle. Je feiner (dünner) die Wollfaser, desto besser ist die Tragequalität, etwa bei Angora (Kaninchen), Mohair oder Kaschmir (beides spezielle Ziegen).

Bei den Kunstfasern sind Polyester, Nylon (Polyamid) und auch noch Polyacryl führend. Als elastische Faser wird das synthetische Polyurethan (Elasthan) mit Kunst- wie mit Naturfasern kombiniert, wenn die Kleidung gut anliegen soll.

Zur Herstellung von Viskose wird natürliche Pflanzen-Zellulose chemisch aufgelöst, dann "regeneriert" und wie eine Kunstfaser gesponnen. Aus Viskose lassen sich deshalb auch Mikrofasern herstellen.

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