Welche Wirkungen können Duftstoffe auf die Umwelt haben?

Duftstoffe aus Körperpflege-, Wasch- und Reinigungsmitteln bleiben nur zu einem sehr geringen Teil auf der Haut, dem Haar oder der Kleidung. Etwa 99 Prozent gelangen ins Abwasser. Bisher wurde das Verhalten in der Kläranlage und der Umwelt nur für wenige Duftstoffe genauer untersucht. Auf Grund der physikalisch-chemischen Eigenschaften von Duftstoffen ist davon auszugehen, dass einige Duftstoffe in der Umwelt stabil sind und sich in der Nahrungskette anreichern können. Der Trend zu Duftstoffen, die lange riechen, ist für unter Umweltgesichtspunkten kritisch zu sehen, da damit diese Stoffe in der Regel auch länger in der Umwelt vorhanden sind. Synthetische Moschusverbindungen wurden in so großen Mengen eingesetzt, dass sie in der Umwelt nachzuweisen sind.

Umweltorganismen sind noch stärker auf die Wahrnehmung von Gerüchen angewiesen als der Mensch. Sie erkennen ihre Nahrung, ihre Artgenossen oder ihre Feinde anhand der Geruchsstoffe in ihrer Umgebung: Zum Beispiel muss der einheimische Fisch Elritze den Hecht, seinen Feind, nicht sehen, um zu wissen, dass er in der Nähe ist, um zu wissen, wie gross er ist und ob er alleine ist, ob der Hecht hungrig ist und ob er zur Zeit Appetit auf Elritzen hat. Die Elritze kann all diese Information riechen. Es gibt Hinweise, dass diese hochempfindliche Wahrnehmung der Umgebung durch Umweltchemikalien, z.B. Duftstoffe, gestört wird. Diesen Effekt nennt man „Infochemical Effekt“.

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